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11.12.2011
Wir singen dieses Lied gern, es ist zur Weihnachtszeit ‚en vogue’: Tochter Zion.
Im Jahre 1820 hat Friedrich Heinrich Ranke den Text des bekannten Liedes zu einem Oratorium Friedrich Händels geschrieben. Bei diesem Liedtext handelt es sich um eine Vertonung alttestamentarischer Bibelverse des Buches Sacharja.
Du Tochter Zion freue dich sehr... sieh, dein König kommt zu dir.
Mit ‚Zion’ ist in diesem Text kein Mensch gemeint, kann somit auch keine Tochter haben.
‚Zion’ wird einer der Berge genannt auf denen Jerusalem erbaut ist. Mit ‚Tochter Zion’ sind zunächst die Bewohner Jerusalems, dann aber auch alle Gläubigen, die ‚Gott zugehörigen’ gemeint. Warum sollen sich die Gläubigen freuen? Zu Sacharjas Zeiten durchlebte das Volk Israel immerhin eine harte Zeit mit wenig Anlass zur Freude. Ein Grossteil des Volkes hatte sich von Gott abgewandt, entsprechend abweichende Prioritäten gesetzt.
Von Gott erteilte Botschaften der Propheten an das Volk sind nicht immer bejaht worden.
Wiesen sie doch unter anderem auf Missstände im Volk hin und übten Kritik an bestehenden Verhältnissen. Die Botschaften Sacharjas und des zur gleichen Zeit agierenden Propheten Haggai waren daher nicht immer gerne gehört.
586 v. Chr.: Israel wird von den Babyloniern überrannt und ins Exil verschleppt.
Nach 70 Jahren in der Fremde erteilt Gott dem babylonischen König Weisung das israelitische Volk in ihr angestammtes Gebiet zurückzuführen.
Die Jahre im Exil haben in Jerusalem Spuren hinterlassen: Jerusalem selbst, die Mauern und der Tempel Gottes sind zerstört oder in desolatem Zustand. Eine lange Wiederaufbauphase steht vor dem Volk Israel. In Anbetracht der anstehenden Aufgaben verliert es zunächst alle Zuversicht.
Der Grund für die Miesere wird gefunden. Das Volk realisiert seine Missetaten und fragt: „Wird Gott uns wieder gnädig sein? Denkt er noch an uns? Hat er uns gar verstoßen?“
In dieser Situation tritt der Prophet Sacharja auf: Gott denkt an euch, hat euch nicht vergessen. Auch wenn eure gegenwärtige Situation nicht dafür spricht und die Gemeinschaft mit Gott verdorben ist: Er gibt euch eine zweite Chance! Der seit Generationen verheißene König der Israeliten kommt direkt zu seinem Volk! Der König kommt!
Für uns Christen ist diese Botschaft geläufig – für das Volk Israel aber sensationell: Sie haben es mit Ihrem Gott verscherzt, verbockt, verpatzt! Aber: Er gibt ihnen unberechtigterweise eine zweite Gelegenheit!
„Freue Dich Zion“, dieser Ausruf gilt auch heute für uns. Gott gibt eine neue Gelegenheit zu Ihm zu kommen. Um dies erneut zu bekräftigen, ist hier die Gelegenheit die Predigt von Friedemann Pache „Tochter Zion“ online zu hören.
jh
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